Theolo:KI – Das Irrationale in der Beziehung von Mensch und Künstlicher Intelligenz
Prof. Dr. Birte Platow (ScaDS.AI, TU Dresden) und Prof. Dr. Martin Potthast (hessian.AI, Universität Kassel) waren zu Gast im Forum Wissenschaft für Jedermann des Deutschen Museums in München. Unter dem Motto Theolo:KI – über das Irrationale in der Beziehung von Mensch und KI beleuchteten sie die komplexen Verbindungen zwischen Glauben, Rationalität und Technologie.
Birte Platow näherte sich dem Thema aus theologischer Perspektive und fragte, welche Vorstellungen vom Menschen in der KI-Forschung sichtbar werden – und wie die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz unser eigenes Menschenbild prägt. Sie zeigte, dass in der Diskussion um KI häufig auch religiöse Motive anklingen: von der Idee der „Neuschöpfung“ über technologische Heilsversprechen bis hin zu moralischen Deutungsmustern, die die Entwicklung von KI begleiten.
Martin Potthast brachte den technischen Blick ein: Als Informatiker erläuterte er zentrale Entwicklungsschritte der KI-Forschung und zeigte an anschaulichen Beispielen – etwa der Funktionsweise von Suchmaschinen – wie moderne Informationssysteme lernen, Muster erkennen und Wissen bereitstellen. Zugleich machte er deutlich, wo die Grenzen maschineller Systeme liegen: Es fehlen Erfahrung, Meinung, Verantwortung, Vergangenheit und Ziele – Eigenschaften, die den Menschen einzigartig machen.
In der folgenden Diskussion betonten Platow und Potthast, dass technologische Weiterentwicklung und die Stärkung menschlicher Fähigkeiten keine Gegensätze sind. Beide plädierten dafür, Bildung, Verantwortung und ethische Reflexion als integrale Bestandteile einer zukunftsgerichteten KI-Entwicklung zu begreifen.
📷 Deutsches Museum
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