Analog Computing Days

Analog Computing Days 2026: Ein Meilenstein für die Zukunft des Computings

Mehr als 80 Forschende, Entwickler:innen, Unternehmer:innen und Technologieexpert:innen kamen bei den Analog Computing Days 2026 zusammen, um über die Zukunft des Rechnens zu diskutieren. Die von Prof. Dr. Lucas Böttcher (hessian.AI und Frankfurt School of Finance & Management) sowie Prof. Dr. Bernd Ulmann (anabrid GmbH und FOM Hochschule) organisierte Veranstaltung entwickelte sich zu einem wichtigen Treffpunkt für eine Forschungs- und Innovationsgemeinschaft, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Vor dem Hintergrund wachsender physikalischer und energetischer Grenzen digitaler Computersysteme rücken analoge und hybride Analog-Digital-Architekturen zunehmend in den Fokus. Die Analog Computing Days boten eine Plattform für den Austausch über neue Ansätze, Anwendungen und Forschungsperspektiven in diesem dynamischen Feld. Ziel der Veranstaltung war es, Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren zusammenzubringen und den Aufbau eines starken Netzwerks für die nächste Generation von Computersystemen zu fördern.

Mit mehr als 20 Vortragenden aus unterschiedlichsten Disziplinen – darunter Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Biologie und Philosophie – spiegelte die Konferenz die außergewöhnliche Interdisziplinarität des Themas wider. Die Vielfalt der Perspektiven machte deutlich, dass sich das Feld des Physical und Analog Computing derzeit mit hoher Dynamik entwickelt und neue Impulse aus zahlreichen Wissenschaftsbereichen aufnimmt.

Ein besonderer Höhepunkt war der Hackathon am zweiten Veranstaltungstag. Die Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, mit modernster Analog-Computing-Hardware des Unternehmens anabrid zu arbeiten und hybride Rechensysteme praktisch zu erproben. Die intensive Zusammenarbeit und die kreativen Lösungsansätze der Teams verdeutlichten das große Potenzial dieser Technologie für zukünftige Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz, im High-Performance Computing und im Bereich energieeffizienter Computersystemen.

Darüber hinaus präsentierte anabrid erstmals seinen neu entwickelten Chip vor der wissenschaftlichen Community. Die Demonstration markierte einen wichtigen Schritt bei der Überführung analoger Rechenkonzepte aus der Forschung in konkrete Hardwarelösungen und unterstrich die zunehmende Reife des Forschungs- und Innovationsfeldes.

Auch die politische Bedeutung technologischer Innovationen wurde während der Veranstaltung hervorgehoben. Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, betonte in ihrer Rede die Bedeutung von hessian.AI für den Innovationsstandort Hessen sowie die Rolle einer gezielten Förderung innovativer Start-ups und mittelständischer Unternehmen im Technologiebereich. Fortschritte in Zukunftstechnologien entstünden dort, wo Forschung, Unternehmertum und politische Unterstützung zusammenwirken.

Die große Resonanz auf die Analog Computing Days 2026 zeigt, dass das Interesse an alternativen Computing-Paradigmen weiter wächst. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Entwicklung leistungsfähiger und nachhaltiger Computersysteme nur im engen Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gelingen kann. Die Veranstaltung hat hierfür wichtige Impulse gesetzt, neue Kooperationen angestoßen und die Vernetzung einer schnell wachsenden internationalen Community weiter gestärkt.
Die Analog Computing Days 2026 haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in analogen und hybriden Rechenarchitekturen steckt – und dass Hessen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung dieser technologischen Zukunft spielt.

Fotos: Johannes Fritzsche