PYCon DE 2026

hessian.AI auf der PyCon DE & PyData 2026: Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Open Source, Forschung und Startups

Drei Tage lang brachte die PyCon DE & PyData 2026 Entwickler, Forscher, Gründer und Open-Source-Mitwirkende aus ganz Deutschland und darüber hinaus zusammen. Als Deutschlands führende Python-Konferenz verbindet die Veranstaltung das Python-Ökosystem mit Data Science, künstlicher Intelligenz und Open-Source-Innovation – und schafft so einen Raum, in dem Technologie, Zusammenarbeit und Community aufeinandertreffen.

hessian.AI | das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz – trug die ganze Woche über aktiv zur Veranstaltung bei, indem es verschiedene Formate anbot, die Forschung, Unternehmertum und gemeinschaftsorientierte Entwicklung miteinander verbanden. Von praktischer Open-Source-Zusammenarbeit über den Austausch zwischen Start-ups bis hin zu hochrangigen Diskussionen über Innovation und Investitionen war das Zentrum in mehreren Bereichen des Konferenzprogramms deutlich präsent.

Start der Woche mit Open-Source-Zusammenarbeit: PyCon DE Sprint Day

Die Woche begann mit dem PyCon DE Sprint Day, der bei hessian.AI stattfand. Sprint Days sind ein zentrales Element der Open-Source-Kultur und bieten Mitwirkenden Zeit, um gemeinsam an realen Projekten zu arbeiten, Wissen auszutauschen und gemeinschaftsgetriebene Software zu stärken.

Die Teilnehmer:innen arbeiteten Seite an Seite an einer Vielzahl von Open-Source-Tools und -Plattformen – von Verbesserungen der Dokumentation über Infrastruktur-Tools bis hin zu neuen KI-Integrationen. Für einige war dies ihr erster Beitrag zu einem Open-Source-Projekt, was die Einstiegshürden senkte und zu weiterem Engagement über die Konferenz hinaus anregte.

Während des Sprint Day arbeiteten die Mitwirkenden an mehreren Projekten, darunter:

  • Pixi Documentation Improvements
    Die Teilnehmenden haben die Benutzerhandbücher erweitert und die Dokumentation zur py-rattler-API verbessert und so neue Perspektiven in das Pixi-Ökosystem eingebracht. Der Sprint stand Mitwirkenden aller Erfahrungsstufen offen und wurde von Travis Hathaway geleitet.
  • Improving Tooling for conda-forge
    Im Mittelpunkt der Arbeit stand conda-smithy, die Befehlszeilenschnittstelle, die die Automatisierung von conda-forge steuert. Unter der Leitung von Jaime Rodríguez-Guerra fügten die Mitwirkenden Typhinweise hinzu, modernisierten die Teststrukturen und sortierten offene Probleme nach Priorität.
  • openSpawner
    Im Rahmen dieses Projekts wurden isolierte Entwicklungsumgebungen auf Basis von Flask, Docker-Containern und Traefik untersucht. Der Schwerpunkt des Sprints lag auf der Integration von vcoder, um personalisierte, browserbasierte Entwicklungsumgebungen zu ermöglichen. Die Arbeiten wurden von Rainer Wieland geleitet.
  • RDMO – Research Data Management Organiser
    Die Mitwirkenden arbeiteten an der Erweiterung der auf Django und React basierenden Plattform durch die Implementierung des MCP-Protokolls, wodurch Dienste für große Sprachmodelle (LLM) direkt mit RDMO-Projekten interagieren können. Der Sprint wurde von David Wallace geleitet.
  • AI-Assisted Coding & Open Source: Opportunity, Risk, and What Comes Next
    Im Mittelpunkt dieses Sprints standen die weiterreichenden Auswirkungen KI-gestützter Programmierwerkzeuge, darunter von Agenten generierte Pull-Anfragen und die sich wandelnde Rolle der Maintenance-Verantwortlichen. Die Teilnehmer:innen setzten sich mit Fragen zu Best Practices, zum verantwortungsvollen Umgang mit den Werkzeugen und zu den langfristigen Auswirkungen der KI auf Open-Source-Ökosysteme auseinander. Diese für alle Erfahrungsstufen offene Sitzung regte zum Nachdenken und zur Diskussion darüber an, wie sich die Open-Source-Kultur in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Die Sitzung wurde von Simon Schampijer geleitet.

Mit der Ausrichtung des Sprint Day unterstützte hessian.AI eines der Kernprinzipien moderner KI- und Softwareentwicklung: eine durch Zusammenarbeit geschaffene gemeinsame Infrastruktur.

Creating Space for Dialogue: The AI Startup Lounge

Mitte der Woche veranstaltete hessian.AI die AI Startup Lounge, ein spezielles Format, das offene Diskussionen zwischen Gründern, Entwicklern, Forschern und Personen fördern sollte, die den Weg zum Unternehmertum erkunden.

Anstatt sich ausschließlich auf Präsentationen zu konzentrieren, kombinierte das Format kurze Impulsvorträge mit interaktiven Tischdiskussionen und offenem Networking. Diese Struktur ermöglichte es den Teilnehmern, zwischen den Gesprächen zu wechseln, Erfahrungen auszutauschen und Einblicke von Gleichgesinnten und Experten zu gewinnen.

Drei Impulsvorträge lieferten praktische Perspektiven aus verschiedenen Bereichen des Startup-Ökosystems:

  1. Diana Kriuchkova (PriorLabs) teilte Erkenntnisse aus der Entwicklung KI-gesteuerter Produkte und der Bewältigung von Herausforderungen in der Frühphase.
    Julian Risch (Haystack Open Source Team bei deepset) hob hervor, wie Open-Source-Tools eine skalierbare KI-Entwicklung unterstützen.
  2. Julian Risch (Haystack Open Source Team bei deepset) hob hervor, wie Open-Source-Tools eine skalierbare KI-Entwicklung unterstützen.
  3. Dr. Thomas Fraunholz (Open Hippo) sprach über Erfahrungen bei der Gründung und dem Aufbau eines KI-Startups im europäischen Innovationsumfeld.

Im Anschluss an die Impulsvorträge nahmen die Teilnehmer an themenspezifischen Tischdiskussionen teil, in denen gemeinsame Herausforderungen und Chancen behandelt wurden:

  1. „Hair on Fire“ – dringende Herausforderungen für Gründer, darunter Produktentwicklung, Einstellungsstrategien, Finanzierungsfragen und technische Hindernisse (Tischleiter: Tobi Kehl)
  2. Startup Curious – Erkundung des Unternehmertums, konzipiert für Personen, die die Gründung eines eigenen Unternehmens in Erwägung ziehen (Tischleiterin: Carlina Bennison)
  3. Tech Stuff – von Python bis zur Produktion, mit Schwerpunkt auf Architektur, Skalierung und der Bereitstellung von KI-Systemen in realen Umgebungen (Tischleiter: Simon Schampijer)

Die AI Startup Lounge zeigte, wie Innovation von offenem Dialog, praktischem Austausch und interdisziplinärer Zusammenarbeit profitiert.

Praxisnahe Perspektiven auf Innovation: Podiumsdiskussion „Start-ups & Investoren“

Ein wesentlicher Höhepunkt des Konferenzprogramms war die Podiumsdiskussion „Start-ups & Investoren“, bei der führende Persönlichkeiten aus dem gesamten KI- und Start-up-Ökosystem zusammenkamen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Realität des Unternehmensaufbaus – jenseits idealisierter Erfolgsgeschichten ging es um die Komplexität der Umsetzung von Forschungsideen in nachhaltige Unternehmen.

An der Podiumsdiskussion nahmen teil:

  1. Ina Schlie, ehemalige Senior Vice President bei SAP, Mitbegründerin von encourageventures e.V. und erfahrene Vorstandsberaterin.
  2. Sara Jourdan, KI-Gründerin und Postdoktorandin an der TU Darmstadt, ausgezeichnet in der Forbes-Liste „30 Under 30“
  3. Jovana Walter, CFA, geschäftsführende Gesellschafterin bei Futury Capital
  4. Carlina Bennison, Co-Leiterin des Programms „AI Startup Rising“ bei hessian.AI

Gemeinsam gaben die Referenten Einblicke in Finanzierungsstrategien, Produktentwicklung, Risikomanagement und langfristiges Wachstum – und boten damit wertvolle Perspektiven für aktuelle und zukünftige Gründer.

Die Podiumsdiskussion betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forschern, Investoren und Unternehmern beim Aufbau starker Innovationsökosysteme.

Eine wissenschaftliche Perspektive auf Innovation: Keynote von Hilde Kühne

Ein weiterer bedeutender Moment während der PyCon DE & PyData 2026 war die Keynote der hessian.AI-Alumna Hilde Kühne, die einen tiefgehenden Einblick in die Entwicklung multimodaler künstlicher Intelligenz gab.

Anstatt multimodale KI als plötzlichen technologischen Durchbruch darzustellen, verfolgte die Keynote ihre Ursprünge über mehr als 15 Jahre schrittweiser Fortschritte zurück, die von Forschungsgemeinschaften weltweit vorangetrieben wurden.

Die Präsentation hob hervor, wie das Python-Ökosystem – einschließlich weit verbreiteter Tools wie NumPy, SciPy und PyTorch – es Forschern aus Bereichen wie Computer Vision, Verarbeitung natürlicher Sprache und Spracherkennung ermöglichte, effektiver zusammenzuarbeiten. Gemeinsame Frameworks ermöglichten es den Teams, Code auszutauschen, auf bestehenden Arbeiten aufzubauen und die Entwicklung interdisziplinär zu beschleunigen.

Hilde Kühne ging auch auf aktuelle Herausforderungen in diesem Bereich ein, darunter die zunehmende Komplexität der Daten, Schwierigkeiten beim Benchmarking und die Kluft zwischen den Erwartungen der Öffentlichkeit und der technischen Realität.

Eine zentrale Botschaft wurde deutlich: Viele der heutigen Fortschritte im Bereich der multimodalen KI wären ohne Open-Source-Infrastruktur und eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Communities nicht möglich gewesen.

Die Keynote bot sowohl einen historischen Kontext als auch eine zukunftsorientierte Perspektive auf die Rolle gemeinsamer Technologien bei der Förderung der KI-Forschung.

Barrierefreiheit durch KI: Untertitel von PHONT

Barrierefreiheit war ein weiteres wichtiges Thema während der Konferenz.

Das hessian.AI-Alumni-Startup PHONT steuerte KI-gestützte Untertiteltechnologie für die Videoinhalte der Konferenz bei. Das System geht über die herkömmliche Transkription hinaus, indem es nicht nur gesprochene Worte, sondern auch Tonfall, Emotionen und Sprachmuster erfasst.

Durch die Kombination fortschrittlicher Audioverarbeitung mit nutzerzentriertem Design demonstriert PHONT, wie künstliche Intelligenz die Barrierefreiheit verbessern und die Art und Weise optimieren kann, wie digitale Inhalte von einem vielfältigen Publikum wahrgenommen werden.

Dieser Beitrag spiegelt ein umfassenderes Engagement innerhalb des hessian.AI-Ökosystems für eine inklusive Technologieentwicklung wider.

Warum PyCon DE & PyData für hessian.AI wichtig sind

PyCon DE & PyData sind mehr als nur eine technische Konferenz. Sie dienen als Treffpunkt, an dem Open-Source-Zusammenarbeit, akademische Forschung und industrielle Innovation aufeinandertreffen.

Viele der Werkzeuge, die täglich in der KI-Entwicklung zum Einsatz kommen, stammen aus globalen Communities, die institutions- und disziplinübergreifend zusammenarbeiten. Die Unterstützung und Mitwirkung an solchen Veranstaltungen steht in engem Einklang mit der Mission von hessian.AI: Grundlagenforschung mit praktischer Wirkung zu verbinden.

Durch Formate wie den Sprint Day, die AI Startup Lounge und Podiumsdiskussionen trug das Zentrum dazu bei, die Verbindungen zwischen Forschern, Entwicklern, Gründern und Investoren zu stärken.

Diese Interaktionen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Forschungsergebnisse in praktische Technologien und erfolgreiche Unternehmen umzusetzen.

Vielen Dank an Carlina Bennison, Simon Schampijer und Alexander C. S. Hendorf, die diese Formate ermöglicht haben, sowie an Martin Borus, Vishal Vishal, Lev Dadashev, Philip Hartmetz, Severine Rupp, Tobi Kehl und Firuzan Eda Eskiyurt für ihre unschätzbare Unterstützung.